Selkirk Rex

Wer die Briten „liebt“, wird die Selkirks „vergöttern“…….

Bislang habe ich nur Briten gezüchtet und bin auf einer Ausstellung mehr zufällig in Kontakt mit dieser „jungen“ Rasse gekommen.

Es war Liebe auf den ersten Blick, denn sofort fühlte ich mich an meine Kindertage und meinen heiß geliebten Teddy, mit seinen Kringellöckchen, erinnert.

Inzwischen weiß ich, dass dieser Vergleich stimmt und man möchte mit diesen kleinen „Bärchen“ nur schmusen, was dieser Katzenrasse aber auch ein großes Anliegen ist - reine Berufsschmuser und –schnurrer. Ideale Familientiere, die mit Mensch und anderen Tieren immer gut Freund sind. Sie sind passionierte Jäger und beherbergen in sich noch sehr viele Instinkte ihrer „Vorfahren“.

Die Rasse ist eine der neuesten natürlichen Rassen. Sie hat ein gelocktes Fell und stammt von einer Hauskatze ab. Erste Vertreterin dieser Rasse ist Miss DePesto of Noface. Sie wurde 1987 in einem Tierheim in Amerika geboren.

Der weitere Weg dieser Katze und Urmutter der Rasse SRX ist im Internet schon vielfach nachvollzogen worden und kann unter Angabe von Miss DePesto in der Suchmaschine nachgelesen werden.

Nachkommen von Miss DePesto fanden ihren Weg über England, die Schweiz und Frankreich bis ins Jahr 1992 in Person von Helosia du Clos des Anges auch den Weg nach Deutschland. Sie ist die Stammmutter unserer deutschen SRX – Zucht.

Seit 1994 ist es eine anerkannte Rasse der TICA und CFA.

SRX gibt es in Kurz- wie auch Langhaar, aber auch in „straight haired“, die äußerlich den Katzenrassen BKH und BLH gleichen, so dass man sie des Öfteren fälschlich als BKH/BLH deklariert. Offiziell sind auch diese „glatten“ Tiere reine Selkirk Rex – Kätzchen.

Extra erwähnen sollte man noch die Homozygoten/Reinerbigen. Sie werden in Würfen reiner SRX-Verpaarung, lt. Statistik zu 25%, geboren. Sie haben das Lockengen von beiden Elterntieren erworben und können somit, auch bei einer Verpaarung mit einer "straight haired" SRX oder BKH, nur Lockenkinder zeugen.

Sie werden entweder nackt geboren, oder mit großflächigen nackten Stellen. Können aber auch ihr Fellkleid zwischen der 4.-10. Woche verlieren. Bis zur 16. Woche ist das Fell auch bei diesen Tieren wieder nachgewachsen.

Für einen Züchter sind diese Tiere kleine Kronjuwelen und bleiben aus diesem Grunde auch meistens in Züchterhand.

Die Selkirk Rex gehören zu den Rassen, die weniger des Allergieauslösers FELD-1 produzieren. Aus diesem Grunde ist es die Katzenrasse, die stressfrei von Katzenallergikern in der eigenen Wohnung gehalten werden können.

Allerdings sollte man sich vor Übernahme des Tieres fachärztlich unter Bezugnahme der Haare des gewünschten Kätzchens, testen lassen.

 

Genetik und Zucht:

Das Rexfell der Selkirk Rex wird dominant vererbt, das Gen wirkt sich auf die Grannenhaare, Leithaar und das Unterfell aus. Das heißt, das Gen wirkt anders als bei Devon Rex und Cornish Rex, wo das gewellte Fell rezessiv vererbt wird.

Zur Zucht wurden Britisch Kurzhaar, Amerikanisch Kurzhaar, Perser, Exotic und Ragdoll als Kreuzungspartner eingesetzt.

Seit 2010 – 2015 dürfen nur noch Britisch Kurz- und Langhaar als Kreuzungspartner für Selkirk Rex eingesetzt werden. Danach soll die Rasse Selkirk Rex eigenständig ohne Kreuzungspartner gezüchtet werden können, da sie bis dahin ihren Standard erreicht haben soll.

Langhaar:

Das Fell ist mittellang, weich und wie ein Flokati anzugreifen, es ist relativ dicht.

Das Unterfell ist sehr dicht und dick. Das Oberfell besitzt nur lose Locken bzw. Wellen, die in der Spitze aufspringen.

Kurzhaar:

Das Fell ist nicht so kurz, wie es gewöhnlich bei Kurzhaarkatzen zu finden ist, sondern mittelkurz und hat ein sehr dickes Unterfell. Die Locken sieht man an den gewellten Haarspitzen.

Schnurrhaare, Ohren (innen und außen), Hals/Brust und Höschen sind überwiegend gelockt.

Die Lockenpracht bzw. Haarlänge bei Kurz- und Langhaar ist aber abhängig von mehreren Kriterien. Sie kann sich im Alter, in der Jugend bzw. Pubertät, während Krankheit, Schwangerschaft der Katze und Potenz des Katers unterschiedlich zeigen.

Die Schwanzbehaarung ist bei der Kurzhaarkatze sehr plüschig, bei dem Langhaar federig, ähnlich einer „Federboa“.

Sofern nicht überwiegend Perser in diese Rasse eingekreuzt sind, ist auch die Fellpflege, egal ob Kurz- oder Langhaar recht unproblematisch. Sie müssen genauso selten wie BKH/BLH gebadet werden. Man sollte allerdings ihr Fell mit einer Wasser-Sprühflasche besprühen und damit immer wieder zum Kräuseln bringen. Durch vermehrtes Bürsten des Fells, kämmt man die Locke leider wieder heraus.

Der Kopf sollte rund und breit mit ausgeprägten Wangenknochen und breitem Kinn sein. Die Augen kugelrund und wie die Ohren weit auseinander stehen. Die Ohren laufen eher spitz zu. Das Schnurrhaarkissen sollte mindestens am äußeren Rand bis mittig der Augen platziert sein.

Die Statur ist mittelgroß bis groß mit relativ schweren, kräftigen Knochen. Kätzinnen sind naturgemäß kleiner als Kater, aber nie zierlich.

Die Beine sind stämmig mit großen, runden kräftigen Pfoten.

Der Schwanz ist kräftig und endet eher spitz.

Vom Wesen her sind es liebenswerte, sanfte Kobolde;

Sehr tolerant und anhänglich;

Sehr sozial als Gruppentiere;

Mit allen gut Freund und immer zu einem Streich aufgelegt;

Wenn sie schlafen liegen sie meist ganz dicht an Mensch und Tier angekuschelt;

Bei fast jeder Berührung fängt ihr kleiner Schnurrmotor seinen Takt an.

Ihrem Menschen folgen sie wie kleine Hunde und gehen für ihn buchstäblich „durchs Feuer“.

Ist das nicht der KUMPEL, den sie sich schon immer gewünscht haben?!